Fehler

10. Juli 2013

Schweizer Meister!

Veröffentlicht in Wettkämpfe

An der Schweizermeisterschaft 2013 auf dem Rotsee gewinne ich meinen ersten Meistertitel im Einer der Leichtgewichte und dazu eine Bronzemedaille in der offenen Kategorie.

Schweizer Meister!

Nachdem ich im vergangenen Jahr aufgrund einer Erkältung forfait geben musste, war ich auf die Ruder-Schweizermeisterschaft 2013 besonders gespannt und setzte mir wiederum als Ziel, den Meistertitel im leichten Einer zu gewinnen. Auch hoffte ich, mich noch einmal mit Michael Schmid (SC Luzern), dem letztjährigen Titelhalter, messen zu können, nachdem das letzte Aufeinandertreffen in Essen (GER) bei nicht ganz fairen Bedingungen zu meinen Ungunsten ausgefallen ist und Schmid im Nachgang an die Elite-EM und auch gleich an die Elite-WM selektioniert worden ist. Leider zog es Schmid an der SM vor, im Clubachter zu starten und somit auf die Titelverteidigung von Vornherein zu verzichten. Ich meinerseits meldete mich neben dem Leichtgewichts-Einer auch im Einer der offenen Kategorie, um vor der anstehenden U23-WM möglichst noch ein Rennen fahren zu können, bei dem ich absolut ans Limit gehen musste. Nebenbei erhoffte ich mir, hier vielleicht sogar noch eine zusätzliche Medaille abstauben zu können.

Im Vorfeld war ich mir nicht ganz sicher, ob dieser Poker aufgehen würde, zumal ich mit der Meldung im schweren Einer ein zusätzliches Rennen (den Vorlauf) zu bestreiten hatte, während mein Hauptkonkurrent im gemeldeten 
Feld, Dani Wiederkehr (RC Baden), lediglich im leichten Einer an den Start ging.

Am Samstag stand zuerst der Vorlauf im schweren Einer an. Ein dritter Platz für den Finaleinzug war gefordert, und so fuhr ich in einem eher lockeren Rennen auf den sicheren zweiten Platz, ohne zu viel Kraft verbraucht zu haben. Den ersten Vorlaufrang beanspruchte erwartungsgemäss David Aregger (RC Schaffhausen) für sich. Er wird die Schweiz an der WM in Südkorea im Doppelvierer vertreten.

Der Vorlauf im leichten Einer gehorchte dem Motto „den Letzten beissen die Hunde“: Von sieben gestarteten Booten würde der langsamste Ruderer ausscheiden, der Rest stand im Final. Wenn man in solchen Rennen als Favorit an den Start geht, stellt man sich immer die Frage, auf welchen Rang man denn fahren sollte. Der Vorlauferste bzw. –zweite erhielt im Finale die gleichwertigen Bahnen 3 respektive 4, somit würde aus einem zweiten Vorlaufrang kein handfester Nachteil entstehen. In Anbetracht der psychologischen Komponente entschied ich mich jedoch, auch schon im Vorlauf auf Sieg zu fahren und meinen Titelanspruch deutlich zu machen. Würde ich hier Schwäche zeigen, wäre das ein schlechtes Signal für meinen eigenen Kopf einerseits und ein Motivationsschub für meinen Konkurrenten andererseits. So lieferten Dani Wiederkehr und ich uns ein relativ enges Rennen, wobei ich jederzeit die Führung behielt und auf die Angriffe meines Gegners mit kleinen Schlagzahlerhöhungen reagierte und mich damit jeweils auch gleich wieder ein Stück absetzten konnte. Der Drittplatzierte lag bereits 18 Sekunden zurück. Mit viel Zuversicht und einer respektablen Zeit von 7:07.01 fühlte ich mich gewappnet für die Finalrennen vom Sonntag.

Die Favoritenrolle bringt jedoch auch einen gewissen Druck mit sich, denn „man“ (und auch ich selber) erwartet ja, dass ich im leichten Einer den Titel holen würde. Einigermassen nervös aber dennoch konzentriert spielte ich mein Rennvorbereitungs-Prozedere durch und ging an den Start. Mit gut gelungenen Startschlägen setzte ich mich bereits auf den ersten 250 Metern fast zwei Längen vom Rest des Feldes ab. Bis zur Ziellinie baute ich meinen Vorsprung auf rund 4 Sekunden aus, ohne dafür allzu viel Energie aufgewendet zu haben. Auch auf einen Endspurt konnte ich angesichts dieses sicheren Vorsprungs verzichten. Im Hinterkopf hatte ich schliesslich auch, dass ich in weniger als zweieinhalb Stunden meinen nächsten Finalllauf werde bestreiten müssen. Die Freude im Ziel über meinen ersten offiziellen Meistertitel war gross und die Glückwünsche meiner ClubkollegInnen und Verwandten nahm ich gern entgegen. Da der Basler Ruder-Club auch gleich das Patronat für das Leichtgewichts-Skiff-Rennen übernommen hatte, durfte ich das Meisterfanion aus den Händen von BRC-Ehrenmitglied Luzi Probst entgegennehmen. Ein sehr schöner Moment und clever eingefädelt von unserem Präsidenten Valentin Vonder Mühll.

Lange Zeit zum Feiern blieb jedoch keine und nach einem knappen Cool-down versuchte ich, an Land meine verbliebenen Energien zu bündeln und den Fokus auf den anstehenden Finallauf im schweren Männereiner zu lenken. Dieser sollte dazu dienen, vor der nahenden U23-WM noch einmal ein Rennen am Limit fahren zu können und – als erfreuliche Nebenwirkung sozusagen – wenn möglich auch noch eine Bronzemedaille bringen.

Tatsächlich hatte es das Rennen dann auch in sich. Die Favorisierten Nico Stahlberg (RC Kreuzlingen) und David Aregger (RC Schaffhausen) setzten sich gleich zu Beginn erwartungsgemäss deutlich ab. Dies führte dazu, dass ich ungefähr ab der 500-Metermarke konstant in den Bugwellen von Areggers Einer fuhr, was zu einer ziemlich unruhigen und mühsamen Fahrt führte. Dennoch versuchte ich, Adrian Zwahlen vom SC Rohrschach in Schach (was für ein Wortspiel ;-) zu halten, denn ihn schätzte ich als drittstärksten Ruderer im Feld ein. Er leistete mehr Gegenwehr als ich es erwartet hatte und so musste ich am Ende tatsächlich das Letzte aus mir herauskitzeln und hoffen, dass es reichen würde. Als Leichter gegen einen Schweren praktisch gleichauf in den Endspurt zu gehen, ist nie vorteilhaft, da die schwereren Ruderer erfahrungsgemäss mehr Schnellkraft mobilisieren könnten. Dennoch behielt ich knapp die Oberhand und kam mit einem Vorsprung von rund 0.7 Sekunden als Dritter ins Ziel. Die massive Gegenwehr von Zwahlen führte auch dazu, dass ich auf Aregger ab Rennhälfte eher wieder aufholen konnte und am Schluss mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 7:04.05 Minuten über die Ziellinie fuhr – nur knapp 5 Sekunden hinter Aregger. Ohne das Leichtgewichts-Finale weniger als zweieinhalb Stunden vorher wäre hier sicher auch noch mehr möglich gewesen. Hochzufrieden mit meinem Rennen nahm ich auch diese Bronzemedaille dankend entgegen und genoss den Rest des Tages nunmehr als Zuschauer.

Ein herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle an alle Unterstützer, Zuschauer und Anfeurer gerichtet und insbesondere an Beni Hänzi, welcher mir während der ganzen Meisterschaft eine wertvolle helfende Hand bot und an Dani Blaser, welcher seit Juni mit seiner Daniel Blaser AG mein Hauptsponsor ist!

Bereits am Dienstag nach der SM bin ich ins U23-WM-Vorbereitungstrainingslager in Sarnen eingerückt, wo ich mich unter Betreuung meines Trainers Stefan Fabian noch bis am 21. Juli vorbereiten werde. Bald sollte das Meldeergebnis für die WM veröffentlicht werden – ich bin gespannt. Eine neuerliche Medaille ist das Ziel! 

Link zur Gallerie

Link zu einem Beitrag im Regionaljournal auf Radio SRF1

Main Sponsor

Supplier

Sport Nutrition

Medical Partner

Latest Videos