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31. Oktober 2011

Armadacup - kein Glück bei der Schlacht vom Wohlensee

Veröffentlicht in Wettkämpfe

Ruderer sind mit von den fairsten Sportlern überhaupt. Sagt man. Und kann auch ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Aber wie heisst es so schön? Ausnahmen bestätigen die Regel. In diesem Fall ist die Ausnahme das jährliche Aufeinandertreffen von rund 250 Einer-Fahrerinnen und Fahrern aus der ganzen Welt auf dem Wohlensee bei Bern.

Das von der Bernischen Kraftwerke AG unterstützte Event trägt den klingenden Namen „Armadacup“, wobei dieser Name etwas irreführend sein kann. Denn während eine Armada im ursprünglichen Sinne eine Flottenstreitmacht war, mutiert der gleichnamige Cup auf dem Wohlensee Jahr für Jahr zu einem wahrhaftigen Ruder-Gemetzel nach dem Motto „jeder gegen jeden, koste es, was es wolle“. Das Resultat: ein Gesamt-Sachschaden, der in die Tausenden gehen dürfte und bei vielen Ruderern für Frustration nach dem eigentlich grossartigen Rennen führt. Doch es müsste nicht so sein: Abhilfe schaffen und zu massiv weniger Schäden führen würde bereits die Massnahme, dass bis zur ersten Kurve (wo jeweils die grösste Massenkarambolage entsteht) Bahnen gelegt würden. Fünf davon für jeweils fünf Boote wären wahrscheinlich schon ausreichend, um die Situation entscheidend zu entschärfen. Die Organisatoren sollten sich ernsthaft überlegen, etwas in diese Richtung zu unternehmen und einen kleinen logistischen Mehraufwand zugunsten weniger Schäden und grösserer Sicherheit in Kauf zu nehmen.

Und damit komme ich trotz meiner – man mag es möglicherweise schon erkannt haben – vorhandenen Frustration zu einem kurzen Bericht über mein Rennen.

Wie schon letztes Jahr wurde ich kurz nach dem Start, nämlich in besagter erster Kurve, unverschuldet in einen Crash verwickelt . Die Nummer 16, ein gewisser Josh Butler aus Grossbritannien, kam auf die Idee, die Kurve so dreist zu schneiden, dass es unweigerlich zur Kollision kommen musste und wir uns verkeilten. Seltsamerweise wurde der Brite trotz eigenem Verschulden zu einer regelrechten Furie und hatte nichts besseres zu tun, als mich anzuschreien und mit seinem Ruder auf meinem Boot herumzuhacken – das Resultat ist auf dem Bild ersichtlich. Durch diesen Zwischenfall so früh im Rennen überholten mich unzählige Boote und meine gute Ausgangsposition wurde zunichte gemacht. Mit einer etwas unkonventionellen Streckenwahl versuchte ich, dem grossen Gedränge auszuweichen und den Rückstand wieder wettzumachen. Der Umweg lohnte sich leider nicht sonderlich und so resultierte ein unbefriedigender 23. Gesamtrang (Rang 9. bei den Senioren B und fünftbester Schweizer). Gleichwohl kann ich dem Rennen etwas Positives abgewinnen, denn ich bekam Vertrauen in meine Physis und konnte die Schlagzahl über die gesamten 9 Kilometer hoch halten. Nun freue ich mich auf den ersten Skiff-Langstreckentest des Verbandes vom 17. Dezember – denn dort wird die wahre Leistung im Skiff gemessen.

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